Key Takeaway:
Fälscher nutzen die Hacoo-App und soziale Netzwerke, um gefälschte Ware über versteckte Links zu verkaufen. Marken, die Social-Media-Monitoring, belastbare Beweise und Ermittlungen entlang der Lieferkette kombinieren, entfernen Fälschungen auf Hacoo, bevor sie sich vervielfachen.
Im Januar 2025 schaffte es die Hacoo-App in Spanien unter die 15 meistgeladenen Apps bei Google Play, und das vor allem dank Social Media. Nutzer zeigen ihre Einkäufe in Haul-Videos auf TikTok, teilen Produktlinks auf Telegram und tauschen Tipps auf X aus. Diesen Andrang haben auch Fälscher bemerkt: Sie verkaufen über die App inzwischen Nachahmungen bekannter Marken zu einem Bruchteil des Originalpreises.
In diesem Beitrag erklären wir, wie die Hacoo-App funktioniert, wie Fälscher ihre Angebote dort verstecken und welchen Schaden sie Marken und Kunden zufügen. Außerdem zeigen wir, was Branchenexperten und Behörden zu dem Problem sagen und mit welchen Schritten sich Fälschungen auf Hacoo entfernen lassen. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Marke auf der Plattform kopiert wird, finden Sie alles Weitere auf unserer Hacoo-Seite.

Was ist die Hacoo-App und warum ist sie so beliebt?
Hacoo, früher unter dem Namen Saramart bekannt, ist eine Shopping-App, die Kleidung, Taschen, Schuhe, Uhren und vieles mehr zu niedrigen Preisen anbietet. Nutzer stöbern darin wie in jedem anderen Shop, legen Artikel in den Warenkorb, bezahlen über einen normalen Checkout und erhalten eine Bestellbestätigung per E-Mail. Laut Nutzungsbedingungen versteht sich Hacoo als Verkaufsplattform und nicht als Verkäufer. Die meisten Produkte stammen also von Drittanbietern.
Genau diese offene Struktur nutzen Kriminelle aus. Fälscher suchen gezielt belebte Marktplätze, auf denen ständig neue Angebote auftauchen, um Schnäppchenjäger zu erreichen. Social Media vervielfacht ihre Reichweite. Eine Creatorin erzählte der Zeitung El Mundo, dass sie Produktlinks in einer Telegram-Gruppe mit rund 8.500 Mitgliedern teilt. Wie Rabatt-Apps und Superfakes den chinesischen E-Commerce prägen, erklärt unser Experte vor Ort.
Wie Fälscher die Hacoo-App nutzen, um unentdeckt zu bleiben
Fälscher tun alles, um nicht aufzufallen. Wer in der Hacoo-App nach einer Marke sucht, findet nichts, denn die Verkäufer verzichten in ihren Angeboten auf Markennamen. Zu den gefälschten Produkten gelangen Käufer über direkte Links aus sozialen Netzwerken oder über Buchstaben-Zahlen-Codes, die sie in die Suchleiste eingeben. Auf den Produktbildern sind Logos oft verändert, etwa nur unvollständig zu sehen, damit die Angebote durch die Prüfung rutschen. Klassisches Keyword-Monitoring greift hier nicht, weil die Angebote nie unter dem Markennamen erscheinen.
TikTok spielt dabei eine zentrale Rolle. Creator zeigen in Haul-Videos die fertigen Produkte, und diese Videos erreichen innerhalb weniger Tage Tausende Zuschauer. Unser Leitfaden zu Betrug im TikTok Shop zeigt, wie ähnliche Taktiken Marken auf dieser Plattform bedrohen. Die Hintermänner geben sich kaum zu erkennen. Das erschwert die Rückverfolgung und ermöglicht es ihnen, nach einer Löschung schnell neue Ware einzustellen.
Was Fälschungen Marken und Kunden kosten
Die spanischen Behörden beschlagnahmten 2023 mehr als 3,6 Millionen gefälschte Produkte mit einem geschätzten Marktwert von 149 Millionen Euro. 2022 waren es noch 2,6 Millionen Produkte im Wert von 121 Millionen Euro, wie aus Zahlen des Innenministeriums hervorgeht, über die El Mundo berichtete. Der spanische Markenverband Andema warnt, dass diese Zahlen nur eine Untergrenze darstellen, da viele Fälschungen nie kontrolliert werden.
Der Preisunterschied ist das Geschäftsmodell der Fälscher. Ein Käufer erzählte El Mundo, er habe in der Hacoo-App 22 Euro für Sneaker bezahlt, die im Original 120 Euro kosten. Andema betont, dass Marken dabei mehr verlieren als nur Umsatz. Fälschungen schaden dem Ruf einer Marke, und die Kosten für rechtliche Schritte summieren sich schnell. Auch Kunden gehen ein Risiko ein: Fälscher halten sich an keine Qualitätsstandards und garantieren nicht, dass das Produkt dem Foto entspricht.

Was Experten und Behörden zu Fälschungen auf Hacoo sagen
Auf der Konferenz der Anti-Counterfeiting Group diskutierten Branchenexperten und Vollzugsbehörden über Hacoo. Das zeigt, dass das Thema nicht mehr nur in sozialen Netzwerken diskutiert wird, sondern die Fachwelt der Fälschungsbekämpfung erreicht hat. Die Anti-Counterfeiting Group arbeitet mit Markeninhabern und Behörden zusammen. Ihre Konferenz gibt Marken daher einen direkten Einblick, wie andere Unternehmen und Behörden auf Fälscher reagieren, die neue Apps ausnutzen.
Rechtlich ist die Lage kompliziert. Ein Anwalt der Kanzlei ABG Intellectual Property erklärte gegenüber El Mundo, dass der Verkauf von Fälschungen sowohl eine Straftat als auch eine zivilrechtliche Verletzung sein kann. Grenzüberschreitende Fälle ziehen sich allerdings hin, weil Gerichte in einem Land Gerichte in einem anderen Land einschalten müssen, etwa in China oder Großbritannien. Andema verweist auf den Digital Services Act, der Online-Plattformen verpflichtet, sorgfältig gegen illegale Inhalte und damit auch gegen Fälschungen vorzugehen. Marken, die klare Meldungen mit stichhaltigen Beweisen einreichen, geben den Plattformen alles, was sie zum Handeln brauchen.
So bekämpfen Marken Fälschungen in der Hacoo-App
Wirksames Monitoring beginnt in den sozialen Kanälen, in denen Hacoo-Links kursieren. Teams beobachten Beiträge von Creatorn, Telegram-Gruppen und codierte Suchbegriffe und folgen dieser Spur bis zu den Angeboten selbst. Unser Beitrag zu Social-Media-Monitoring und Werbebetrug zeigt, wie Marken Nachahmer und betrügerische Anzeigen in diesen Kanälen aufspüren.
Stichhaltige Beweise beschleunigen jeden weiteren Schritt. Screenshots, Produktbilder und Testkäufe dokumentieren, was Fälscher unter Ihrem Namen verschicken. Diese Nachweise kombinieren Marken mit ihren Markeneintragungen und reichen damit Beschwerden wegen Verletzung geistigen Eigentums auf den Plattformen ein, auf denen die Angebote und die Werbung dafür erscheinen, darunter TikTok und Instagram. Ist ein Verkäufer bekannt, erhöht eine Abmahnung zusätzlich den Druck.
Ermittlungen führen zu den Personen hinter den Angeboten. Fälscherbanden sind auf Lieferanten, Lager und Versandwege angewiesen. Ein einzelnes gelöschtes Angebot hält einen Verkäufer, der am nächsten Tag neue Ware einstellt, daher kaum auf. Bei EBRAND kombinieren wir unsere Plattform ARGOS mit Online- und Offline-Ermittlungen, um diese Lieferketten nachzuverfolgen. Darüber hinaus deckt unser Service Social Media Protection die Kanäle ab, die Traffic zu gefälschten Angeboten lenken.

Schützen Sie Ihre Marke vor Fälschungen in der Hacoo-App
Solange ihre versteckten Links unentdeckt bleiben, werden Fälscher die Hacoo-App und Social Media weiter nutzen, um Käufer zu erreichen. Marken, die abwarten, bis das Problem sichtbar wird, verlieren Woche für Woche Umsatz und die Kontrolle über ihr Image. Marken, die soziale Kanäle beobachten, Beweise sichern und Lieferketten untersuchen, holen sich diese Kontrolle zurück.
EBRAND spürt Fälschungen auf Hacoo auf und entfernt sie, für Marken jeder Größe. Auf unserer Hacoo-Seite erfahren Sie, wie der Prozess abläuft. Oder fordern Sie eine Demo an und sehen Sie, was ARGOS heute für Ihre Marke findet.