Dieses Bild eines unheimlichen Spukhauses illustriert unser Thema Typosquatting.

Domain-Typosquatting: Schützen Sie sich vor Tippfehlern

Kernaussage:

Ein einziger Tippfehler kann Ihre Kunden direkt in die Hände von Betrügern treiben – schützen wir also Ihre Domain vor Typosquatting.

Im Jahr 2018 landeten Browser 12 Millionen Mal auf Betrugsseiten wie itunes.cm und espn.cm, nur weil jemand einen Buchstaben vergessen hatte. 2016 hatten Netflix- und Citibank-Kunden mit demselben Problem zu kämpfen, ausgelöst durch Tippfehler mit der Endung .om. Ein einziges fehlendes Zeichen schickte sie direkt in die Hände von Angreifern.

Das ist Typosquatting, und es ist gefährlicher, als es zunächst scheint. Hier erfahren Sie, wie es funktioniert, warum es für Ihre Marke von Bedeutung ist und was Sie dagegen tun können. Sie können außerdem eine Analyse Ihres Domain-Portfolios anfordern, um zu sehen, ob jemand Typosquatting mit Ihrer Marke betreibt – hier entlang.

Die Tür zu einem unheimlichen Spukhaus illustriert unser Thema Typosquatting.

Was ist Typosquatting?

Typosquatting bedeutet, Domains zu registrieren, die bekannten Webadressen zum Verwechseln ähnlich sehen. Betrüger setzen auf Tippfehler, Rechtschreibfehler oder eine falsche Domainendung, um Traffic auf ihre eigenen Seiten umzuleiten. Wer itunes.cm statt itunes.com eingibt, landet auf der Seite eines Betrügers, ohne es überhaupt zu bemerken.

Typosquatting wird auch als URL-Hijacking oder Brandjacking bezeichnet. Es beruht ausschließlich auf menschlichem Fehlverhalten. Wer einen Domainnamen falsch eintippt und den Fehler nicht bemerkt, landet an einem Ort, den er nie ansteuern wollte. Der Traffic, der eigentlich zur echten Marke gehen sollte, landet stattdessen beim Betrüger.

Der erste große Typosquatting-Fall machte 2006 international Schlagzeilen und richtete sich gegen Google. Betrüger registrierten foogle.com, hoogle.com und voogle.com, in der Annahme, dass F, H und V auf der Tastatur direkt neben dem G liegen. Unternehmen wie Apple und Google haben sich seither zur Wehr gesetzt, indem sie ihre eigenen gängigen Tippfehler-Domains registrieren und Dienste von ICANN nutzen, die genau für dieses Problem entwickelt wurden.

Häufige Arten von Typosquatting

Typosquatting tritt in verschiedenen Formen auf. Die folgenden Beispiele sind frei erfunden, doch die Muster dahinter sind real.

Einfache Tippfehler passieren ständig, besonders bei Menschen, die schnell tippen oder sich auf die Autokorrektur verlassen. Apple.com kann leicht zu aple.com oder appöe.com werden.

Rechtschreibfehler entstehen eher aus echter Unsicherheit als aus Nachlässigkeit. Wer sich nicht sicher ist, wie „Apple“ geschrieben wird, könnte appel.com eintippen. Dieselbe Logik erklärt salando.com statt zalando.com, oder addidas.com statt adidas.com.

Falsche Domainendungen werden immer häufiger, da ständig neue Top-Level-Domains auf den Markt kommen. Apple.online oder apple.live könnten glatt als das Original durchgehen. Am häufigsten wird dabei .com durch .co ersetzt, was alle erwischt, die den letzten Buchstaben vergessen.

Alternative Schreibweisen bringen ebenfalls Menschen zu Fall, besonders sprachübergreifend. Photografie.com statt fotografie.com ist ein gutes Beispiel dafür.

Domains mit Bindestrich funktionieren durch Hinzufügen oder Weglassen eines Bindestrichs. Während der Bundestagswahl 2013 in Deutschland landeten Besucher, die angelamerkel.de ohne Bindestrich eintippten, kurzzeitig auf der Seite einer konkurrierenden Partei statt bei der Kanzlerin selbst.

Ergänzte Marken-Domains hängen zusätzliche Wörter an einen echten Markennamen an. Apple-onlineshop.com klingt seriös, hat aber nichts mit Apple zu tun. Solche Seiten schalten meist Werbung oder verbreiten Malware.

Vorangestellte www-Fehler entstehen, wenn jemand wwwapple.com ohne Punkt eintippt. Das wirkt wie ein kleiner Ausrutscher, reicht aber aus, um Traffic dorthin zu lenken, wo er nicht hingehört.

Warum Typosquatting gefährlich ist

Niemand registriert eine Tippfehler-Domain aus Versehen. Diese Seiten existieren, um Geld zu verdienen, meist auf Kosten anderer.

Nutzer riskieren den Kontakt mit Malware, wie im Google-Fall von 2006, bei dem Besuchern bösartige Downloads untergeschoben wurden. Markeninhaber verlieren Traffic, Umsatz und oft auch ihren guten Ruf.

Typosquatter verfolgen in der Regel eines von wenigen Zielen. Phishing-Seiten sammeln persönliche Daten, von E-Mail-Adressen bis zu Kreditkartennummern, häufig über eine nahezu perfekte Kopie der echten Website. Domain-Parking bedeutet, Tippfehler-Domains ausschließlich aufzukaufen, um sie dem Markeninhaber mit hohem Aufschlag wieder zu verkaufen. Produktfälschung nutzt eine überzeugende gefälschte Seite, um Nachahmerprodukte zu verkaufen. Traffic-Abgreifen leiht sich schlicht einen bekannten Namen aus, um völlig fremde Produkte oder Angebote zu bewerben.

Eine schemenhafte Gestalt am Ende eines Flurs in einem unheimlichen Spukhaus illustriert unser Thema Typosquatting.

Typosquatting vs. Cybersquatting: Wo liegt der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber nicht dasselbe. Typosquatting basiert auf Rechtschreibfehlern und Tippfehlern. Cybersquatting ist weiter gefasst: Es umfasst die Registrierung oder Nutzung eines Domainnamens, an dem man kein rechtmäßiges Recht besitzt – ob mit Tippfehler oder nicht.

Was ist Cybersquatting?

Cybersquatting bedeutet, Domains zu registrieren, die geschützte Begriffe, Markennamen, Produktnamen, Firmennamen oder sogar die Namen bekannter Persönlichkeiten enthalten, ohne einen legitimen Anspruch darauf zu haben.

Cybersquatter versuchen in der Regel, diese Domains dem rechtmäßigen Inhaber zu überhöhten Preisen wieder zu verkaufen. Da die Registrierung einer Domain fast nichts kostet und Unternehmen oft bereit sind, Tausende zu zahlen, um sie zurückzubekommen, liegt der Anreiz auf der Hand.

Woher der Begriff „Cybersquatting“ stammt

Der Begriff „Squatter“ geht auf das Jahr 1788 zurück und beschrieb jemanden, der ein Grundstück besetzte, an dem er kein Recht besaß, und dafür keine Miete zahlte. Die Internetversion folgt derselben Idee: jemand, der eine Domain besitzt, auf die er keinen rechtmäßigen Anspruch hat.

Einer der frühesten Rechtsfälle war Avery Dennison Corporation gegen Jerry Sumpton im Jahr 1998. Sumpton hatte avery.net und dennison.net registriert, passend zu den eigenen Marken von Avery Dennison, zusammen mit rund 12.000 weiteren Domains. Der Richter beschrieb die Beklagten unmissverständlich: Sie nutzten die Domains nicht selbst, sondern hielten sie lediglich, um die eigentlichen Markeninhaber zu blockieren und durch den Weiterverkauf zu überhöhten Preisen Profit zu erzielen.

Reale Fälle von Typosquatting und Cybersquatting

Pinterest ging gegen einen chinesischen Cybersquatter vor, der pinterests.com und pinterest.de registriert hatte, das Pinterest-Logo kopierte und die Seiten ausschließlich als Werbefläche nutzte. Pinterest gewann den Fall, auch wenn die Rechtsdurchsetzung in China nach wie vor schwieriger ist als in den USA.

Donald Trump sah sich 2007 mit einer anderen Version des Problems konfrontiert, als ein Unternehmen namens Web-Adviso die Domains TrumpIndia, TrumpBeijing, TrumpAbuDhabi und TrumpMumbai registrierte, nachdem die Trump Organization Hotelpläne in Indien angekündigt hatte. Die Seiten enthielten parodistische Inhalte. Ein WIPO-Schiedsgremium verurteilte Web-Adviso zur Zahlung von 32.000 US-Dollar und zur Übergabe aller vier Domains und stellte fest, dass die Kombination eines Markennamens mit einem Ortsnamen weiterhin eine eindeutige Rechtsverletzung darstellt.

Die tatsächlichen Kosten dieser Rechtsverletzungen

Der 2016 veröffentlichte Bericht von FairWind Partners, „Cyber Monday 2016: Typosquatting – A Threat to Brands and Consumers“, bezifferte den Wert des auf Tippfehler-Domains umgeleiteten Traffics auf über 50 Millionen US-Dollar. Diese Zahl berücksichtigt nicht einmal den Reputationsschaden oder den Vertrauensverlust bei Kunden, der sich deutlich schwerer beziffern lässt.

Fast ein Drittel aller Cybersquatting-Fälle betrifft Unternehmen aus den Bereichen Banking, Mode oder IT und Internet. Neue Endungen wie .STORE, .SITE und .ONLINE machen inzwischen über 12 % aller Streitfälle aus. 2017 führten die USA die weltweite WIPO-Fallstatistik mit deutlichem Abstand an und reichten 920 Beschwerden ein, noch vor Frankreich, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz.

Jemand, der ein unheimliches Spukhaus mit einer Taschenlampe ausleuchtet, illustriert unser Thema Typosquatting.

Wie wir als Internetnutzer Typosquatting verhindern können

Auch wir als normale Internetnutzer können einiges tun, um die Auswirkungen von Typosquatting zu minimieren. Am sichersten ist es, nach einer Seite zu suchen, statt die URL direkt in den Browser einzutippen. Sobald Sie sicher sind, dass Sie auf der echten Seite gelandet sind, speichern Sie diese als Lesezeichen und nutzen künftig dieses Lesezeichen, statt die Adresse erneut einzutippen. Wer sich generell vor Tippfehlern sorgt, kann mit Sprachbefehlen die Tastatur ganz umgehen.

Darüber hinaus sollten Sie Links mit einer gewissen Vorsicht behandeln. Klicken Sie nichts an, das von einer Quelle stammt, der Sie nicht vollständig vertrauen, und öffnen Sie keine Anhänge, die auch nur leicht verdächtig wirken. Ein im Hintergrund laufendes Antivirenprogramm bietet eine zusätzliche Schutzebene, falls sich doch einmal ein Tippfehler einschleicht.

Wie Marken Typosquatting verhindern können

Registrieren Sie die naheliegenden Tippfehler-Varianten Ihrer eigenen Domain und leiten Sie diese auf die richtige Seite um. Sichern Sie sich weitere relevante Endungen über Ihre Landesendung hinaus, darunter .com, .shop oder .web. Registrieren Sie alternative Schreibweisen sowie sowohl die Bindestrich- als auch die bindestrichlose Version Ihrer Domain. Setzen Sie Anti-Spoofing-Technologie und sichere E-Mail-Gateways ein. Warnen Sie Ihre Kunden vor Phishing-Risiken und verifizieren Sie Ihre offiziellen Social-Media-Konten öffentlich. Sichern Sie Ihre Website mit SSL ab und fügen Sie Vertrauenssignale hinzu, die Besuchern zeigen, dass sie am richtigen Ort sind.

Die Registrierung beim Trademark Clearinghouse und die Nutzung des Trademark Registry Exchange (TREx) von ICANN blockiert unautorisierte Registrierungen während und nach der Sunrise-Phase. Die Aufnahme Ihrer Marke in die Domains Protected Marks List von Donuts erweitert diesen Schutz auf mehr als 200 neue TLDs.

Wie EBRAND Ihre Marke vor Typosquatting schützt

EBRAND übernimmt die Markenregistrierung bei ICANN sowie die Anmeldung bei TREx und DPML. Unser Domain-Monitoring-Tool überwacht weltweit über 1.000 Top-Level-Domains und meldet Verstöße, sobald sie auftreten, sodass wir sie bewerten und bei Bedarf rechtliche Schritte einleiten können. Außerdem unterstützen wir Markeninhaber dabei, typosquattingresistente Domain-Portfolios aufzubauen und die wichtigsten Domains zu registrieren. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Domain-Monitoring Ihrem Unternehmen helfen kann.

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